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Herr Bürgermeister Dr. Lintner,

wie kommen sie dazu, durch eine äußerst rasche Erstellung des Abbruchbescheides plötzlich alle Gebäude der Tabakfabrik ohne Vorwarnung der Bevölkerung abreißen zu lassen. In der realpolitischen Welt gab in diesem Moment der Bürgermeister der Stadt Schwaz dem Investor freie Hand. Sie haben den Versuchen zur Unterschutzstellung durch das Denkmalamt nicht nachgegeben.

Sie nennen die Allee ein „Schwazer Heiligtum“ und lassen es schänden, weil ein Heiligtum schändet man, wenn man es zerstört!

Sie sagen, wir haben nicht das beste, nur das bestmögliche Projekt – wo bleibt ihr Anspruch?

Ich muss mich auf meine Experten verlassen, ein Bürgermeister kann nicht alles verstehen – ich kann mir nicht vorstellen, wie hoch das Gebäude ist, das seh´ ich erst wenn es da ist.

Warum haben sie einen Baubescheid erlassen für ein unintelligentes, peinliches Projekt, für einen dummen, schlechten Moloch, der auch dem Investor schadet, fragen die Architekten. Es ist nicht zu verbessern, auch nicht durch die verordnete Oberflächenkosmetik, es versetzt der Innenstadt den Todesstoß – sie haben schlechte Berater.

Sie setzen sich mit Ihrem Stadtsaal auf das Dach des Monstrums und erhöhen damit nochmals die Baumasse.

Man muss das Bauwerk in seinem Gesamtausmaß mittels der vorhandenen Baukräne 1:1 simulieren, für die Bevölkerung ersichtlich machen. Wann stellen sie endlich das neue Projekt samt Stadtsaalvarianten (genauso wie die Wettbewerbsarbeiten) im Rathaus für längere Zeit aus – vielleicht erst nach der Fertigstellung?


Herr Ing. Berghofer,

für sie als Unternehmerpersönlichkeit, die seit Jahrzehnten vielen Menschen Lohn und Arbeit gibt, was um alles in der Welt treibt sie zu einem derartig massiven Eingriff in unsere Altstadt?

Keine einzige Vorgaben der Stadt Schwaz haben sie eingehalten, das Volk schlecht informiert, uns  einfach vor vollendete Tatsachen gestellt und das ausgezeichnete Wettbewerbsprojekt eliminiert und sich eines schlechten Architekten bedient, der kampflos Ihre und alle Wünsche der Stadt erfüllt und sich seine Wahnsinns-Maschine gestalten lässt – nur “reine Fassadenkosmetik“!

Warum bleiben sie mit ihrer Ladenfabrik nicht auf der grünen Wiese, für dort ist dieses Projekt konzipiert und hat in der Innenstadt von Schwaz nichts verloren.

„Schwaz ist anscheinend immer noch nur eine Industriestadt und bekommt ein industrielles Verkaufszentrum, eine Konsumfabrik, mitten ins Herz“!

Ihr Einkaufszentrum sucht einen Namen – sie einigen sich auf „Stadtgalerien“, obwohl wir schon eine Stadtgalerie haben – sie nehmen einfach jemand anderem ohne zu fragen den Namen weg.

Sie haben immer noch keinen Plan auf der Bautafel und keine Information im Netz - was ist der Grund?

In Schwaz wird von zwei eitlen Männern eine ganze (Alt)Stadt verführt, aufs „Shoppen und Tanzen“ reduziert und für dumm verkauft!


Mitglieder des Gemeinderates,

warum habt ihr für einen Architekturwettbewerb 32.700.-- Euro Steuergeld ausgegeben, das Siegerprojekt eliminiert und die höchsten städtebaulichen Ansprüche verworfen, auch nicht die Zweit/Dritt….platzierten kontaktiert, den Investor nicht angehalten, das einstimmige Wettbewerbsergebnis zu respektieren und die Vorgaben der Stadt einzuhalten?

Hat sich eine Fachjury mit dem plötzlich aus dem Hut gezauberten, neuen Projekt befasst oder reichte diesmal nur eine Präsentation im Hohen Gemeinderat?

Inzwischen wurde selbst dieser „Jahrhundert-Entwurf“ mehrfach abgeändert, sodass nun überhaupt niemand mehr weiß, was auf die (Alt)Stadt zukommt.

Bei keinem der Wettbewerbsprojekte war die Rodung der Allee vorgesehen!

Wer hat die kommunale Barbarenaktion beschlossen, war das überhaupt jemals auf einer Tagesordnung des Gemeinderates?

Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass markante und historische Ambiente psychisch prägende Eindrücke hinterlassen. „Die Schwazer Innallee gehörte allen und jedem“ und trotzdem wurde keiner gefragt!

Warum sind alle Beschlüsse immer einstimmig - vielleicht unter dem Motto - von nun an geht alles wie „geschmiert“!

Die Stadt will oder kann kein Geld in die Hand nehmen um öffentliche Interessen und Sehnsüchte der Bevölkerung und der BesucherInnen, Gäste und KundInnen

umzusetzen – sie kann aber einem privaten Grundeigentümer Wirtschaftförderungen und sonstige Leistungen in diesem Fall sehr wohl zustecken.

Eine mutlose, ohnmächtige, aber immer „einstimmige“ Politik wird von einem knallharten Investor (Investoren?) über den Tisch gezogen.

Das wahre Einkaufszentrum ist die Innenstadt, sie ist seit drei Jahren die Riesenbaustelle, wer soll sie auf Vordermann bringen, hat die Stadt nach diesem Desaster noch das nötige Kleingeld und den Willen dazu? Das Potential des ATW - Areals wird als Erweiterung des Stadtzentrums nicht erkannt.


Fachleute im Stadtbauamt,

kann es sein, dass ihr und die politischen Gremien von Anfang an mit der Größenordnung dieses städtebaulichen Eingriffes einfach überfordert wart?

Warum hat man nicht einen Fachbeirat zugezogen, wie z.B. beim Kaufhaus Tirol, der das Siegerprojekt begleitet und den Investor zwingt, die unumgänglichen, städtebaulichen Aspekte einzuhalten, bzw. wenn notwendig einen neuen Wettbewerb auszuschreiben - nein man weiß selber alles besser und plant ununterbrochen fleißig mit! Es kann und darf nicht sein, dass das Bauamt sich in so großem Umfang gestalterisch einbringt, um ein schlechtes Projekt zu behübschen und dabei alle Ausgangspositionen negiert und verlässt.

Das Bauamt darf sich in seiner Unabhängigkeit nicht korrumpieren lassen, indem es sich als Mitplaner mit dem „Bewerberprojekt“ verhabert.

Die Größe dieser Bauaufgabe hätte auch die menschliche Größe verlangt, zu erkennen, dass man kompetente Menschen hinzuzieht, ihren Rat ernst nimmt und respektvoll mit ihnen umgeht.


Herr Umweltstadtrat Weratschnig

wie kann ein Vertreter der IgLS (Interessensgemeinschaft Lebensraum Schwaz) die Rodung der Innallee akzeptieren?

Wie kann man sich gegen den Rat der Verkehrsplaner persönlich dafür einsetzen, dass die riesige Lkw-Ladestation und die Haupteinfahrten für das ATW-Areal an der Bundesstrasse umzusetzen sind. Sie selber haben damit das Todesurteil für die Allee gefällt und dem Projekt die Schauseite zum Inn genommen und damit die mögliche Fortsetzung unseres erbärmlichen Wirtschaftswegbereiches als einzige sonnige Verweilzone in der Innenstadt  verhaut. Die Wopfnerstraße bleibt ein Torso und wird als Geschäftsstrasse nicht fortgesetzt, sondern ist zur Verkehrsstraße degradiert.

Wir wissen alle, dass die Minivariante kontraproduktiv ist und eine großzügige Unterflurtrasse in weiter Ferne liegt.  Aber man könnte die Bundesstrasse überbauen, ihre Abfahrten überdecken und Schwaz tatsächlich mit Terrassen an den Inn bringen - aber wozu Experten fragen!


Vertreter des Denkmalamtes, wo wart ihr als die Tabakfabrik abgerissen wurde?

wo wart ihr als die Tabakfabrik abgerissen wurde?

Es gibt zig Beispiele für höchst erfolgreiche Revitalisierungen alter, wertvollster Industriebauten in Verbindung mit neuer Architektur, darunter die ehemalige Tabakfabrik "Kunsthalle Krems" (Herr Essl / Baumax ist auch ein Industrieller) oder das Beispiel Linz. Man hätte getrost das eine oder andere Gebäude der "Tschiggin" abreißen können.


Amt der Tiroler Landesregierung, Schutzwasserwirtschaft/Umweltschutz/Raumordnung,

glaubt jemand im ernst, das Einkaufszentrum im Osten von Schwaz wird verschwinden und die Einkaufsmeile in Vomp sich in Luft auflösen? nein - es kommt einfach ein drittes EKZ (wie auf der grünen Wiese) mitten in der Stadt dazu, in einem Umkreis von geschätzten 600 m - ist das Raumordnung?

Das Land Tirol, der Umweltschutz völlig zahnlos, keine Rede von Öffnung der Stadt zum Inn, einst die Transport- und Lebensader, keine Rede von Uferpromenade, Wiederaufnahme der Innschifffahrt, Anlegestelle oder Rückbaumaßnahmen der Uferverbauung

Haben sie jemals bedacht, welche Auswirkungen eine über hundert Jahre alte städtische Allee entlang der Bundesstrasse auf die Luftqualität, Staubminderung, Sichtschutz, "Verweilqualität"...hat?


Verkehrsplanung,

ein Verkehrskonzept, das diesen Namen verdient fehlt, außer dass die Bundesstraße in einem Teilbereich erweitert wird, auf Kosten der Allee. Seit wann dürfen Tiefgaragenauffahrten mitten in die Bundesstraße münden.

Ein Zusammenschluss mit der bestehenden Tiefgarage bei der Bezirkshauptmannschaft wird nicht verwirklicht um eine Umweltverträglichkeitsprüfung zu vermeiden - die jetzt geplante EKZ - Tiefgarage für sich alleine hat weniger als die relevanten 500 Stellplätze.

Der Bürgermeister sagt wir haben die beste Erschließung, ganz Tirol beneidet uns. Viele planen, viele verdienen. Trotz der hohen Baukosten bleiben von den ursprünglich 700 – 1000 Stellplätzen nur 450 übrig. Dafür haben wir aber 5 Auf/Abfahrten – eine sogar in der Wopfnerstraße – statt Verkehrsberuhigung zieht man den Verkehr hinein! In Innsbruck gibt es eine Erschließung für 4 Garagen und trotzdem keinen Stau bei der Einmündung ins Straßennetz, denn der Verkehr regelt sich unterhalb.

Die Allee musste fallen, nicht weil die Innverbauung es verlangte, sondern weil man die Straße verlegen muss, für einen einfacheren, billigeren Baufortschritt.

Müssen nicht andere Bauwerber ihre Zufahrt auf eigenem Grund herstellen und für ihre Baustelleneinrichtung Platz haben?

Der Bürgermeister setzt sich dafür ein, dass die Kosten für die Tiefgaragenzufahrten von der Bundesstraße her das Land übernimmt - der Bürger staunt und zahlt.

Der frisch genehmigte „Lidl“ muss seinen Kreisverkehr selber zahlen, obwohl er gar keinen will und braucht.


Allee,

wir hätten sehr wohl ein Filter für die Menschen und die Fassade sein können. Nach unserem Todesurteil sind wir an der sonnigen „Butterseite von Schwaz“ nun kein Hemmschuh mehr und machen Platz für ganz neue Ideen - wenn ihr diese nicht habt und nicht nützt, seid ihr alle selber schuld!


Engagierte Stadtsaalbetreiber,

das Hotel mit 100 Zimmern wurde verworfen und damit auch die vernünftige Synergie für einen wirtschaftlichen zu betreibenden Mehrzwecksaal.

Auf mind. fünf Standorten wurde bereits geplant und Architektenleistungen beansprucht – der Bürger staunt und zahlt.

Das jetzige Ergebnis ist das schlechteste: auf 10.70m Höhe, nach Norden ausgerichtet, am windigsten Platz, jedoch über den „einzigen ebenen Platz von Schwaz“ und einer Prachttreppe erreichbar. Natürlich sind Lifte für die Besucher und die „reibungslose“ Versorgung zur Bespielung eingeplant!

Die Stadt überlässt die Planung der Hülle dem Architekten (Spezialist für EKZ) des Privatinvestors, (ab Überschreitung des Schwellenwertes von ca. 5 Mio Euro Bauherstellungskosten ist EU-weit auszuschreiben. Nach plötzlichem Absprung des Generalarchitekten dürfen die heimischen Architekten Ideen für die Innenausgestaltung eines Saales bringen, der allen Ansprüchen nicht genügt.

Brauchen wir augenblicklich einen Stadtsaal dieser Größe, ein neues Heiligtum, das mit seinem höchsten Punkt von etwa 24m uns den Blick auf unser wirkliches Heiligtum nimmt, eine Bühne für kommende Politikergenerationen - was wird er wirklich kosten, wo ist das Nutzungskonzept, die formulierten Ansprüche ev. Nutzer, wo die Stadtmarketingleiterin (sie ist geflüchtet) -  wirtschaftlich nicht zu führen, sagen die Veranstaltungsprofi.


Verängstigte Innenstadtkaufleute,

wo ist denn das „ Wirtschaftskonzept Innenstadt“, wer kennt den Branchenmix? Wäre es nicht ein Gebot der wirtschaftlichen Fairness, den Geschäftsleuten in der Stadt zu sagen, wer die Frequenzbringer und wer die Konkurrenten sein werden? Warum interessiert euch nicht, was der angebliche Retter im Schilde führt?

Es wird seitens des Investors immer von Zusammenarbeit gesprochen, habt ihr diese schon einmal verspürt, kennt ihr das Projekt im Detail?

Das Argument war immer - wir brauchen eine Belebung der Innenstadt, ein Projekt, das sowohl kommerziellen als vor allem auch den höchsten öffentlichen Ansprüchen (multifunktionaler Stadtsaal, Hotel, Plätze, Grünraum, "Erhöhung der Verweilqualität") genügt, Anbindung an die Altstadt udgl.


Wohnen in der Stadt

von den ursprünglich 56 Wohneinheiten im Siegerprojekt blieben gerade mal 3 übrig. Die Wohnsituation wäre unbeschreiblich gewesen.

Wer soll die Innenstadt beleben, im EKZ einkaufen, den Saal benutzen, wenn für die angedachten hochwertigen Wohnungen kein Platz mehr übrig ist. Dafür sind am Dach mit Blick zum Inn die Technikräume untergebracht!

Nach Aussage des Eigentümers, ist ihm eine Mischung aus Geschäften und darüber liegenden Wohnungen zu kompliziert.


Liebe SchwazerInnen,

warum haben wir nicht gegen den Gesamtabbruch unserer intakten „Tschiggin“ protestiert – weil wir so naiv waren und uns das unglaubliche in unserem kopf nicht vorstellen konnten, wenn der Messias unser „totes Schwaz“ retten will.

Das Siegerprojekt Henke Schreieck wurde wie bisher alle anderen Aktionen über Nacht ausgebootet, warum genau - die Öffentlichkeit und die Architekten wissen es bis heute nicht.

Am 13.09.2010 um 20.00h begann die Rodung „unserer“ Innallee, die weit über Schwaz hinaus identitätsstiftend für unsere Stadt war, wo waren wir alle?

Die Stadtgemeinde hat angeblich bereits 1 Mio Euro ausgegeben und manch andere "seltsame" Leistung für das ATW-Projekt erbracht, ist das gerecht?

Wo blieb die ausreichende Information, die Transparenz, die Ehrlichkeit?

Die Baugrube ist bereits ausgehoben, die Bäume sind gerodet, es wird bereits betoniert.....ansonsten:  "genaues weiß man nicht"

Der Auftritt im Internet ergibt für die Betreibergesellschaft - Die Domain www.agb-proimmo.at  wurde geparkt


Rathausinformationen

Der Auftritt in der Öffentlichkeit taumelte zwischen zu Tode betrübt… himmelhochjauchzend...zu Tode betrübt...himmelhochjauchzend.....

Substanzielles, wie Zahlen, Daten, Fakten, Höhen, Kubaturen, Fassaden, Branchenmix, Wirtschaftskonzept Innenstadt.. war kaum dabei.

Modelle, Bautafel, Internetauftritt  fehlen, sind fehlerhaft, nicht aktuell oder verfälschend ........moderne Kommunikationsstrategien, der Größe und Bedeutung dieses Projektes angemessen, sind offensichtlich völlig unbekannt.


Fazit

Hoher Gemeinderat, ihr seid das höchste demokratische Entscheidungsgremium unserer Stadt. Ist es nicht bemerkenswert, dass alle Beschlüsse rund um das ATW Areal immer einstimmig gefasst wurden, dass man in der Zeitung den Beschluss zum Stadtsaal lesen kann - zwei Tage bevor er überhaupt gefasst wurde?

Warum delegiert ihr in pauschalen Beschlüssen alle Entscheidungen an Bürgermeister und Stadtrat, schiebt in die Vertraulichkeit was an die Öffentlichkeit muss.

Die Punktation des Versagens