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Zwei Gründe sprechen gegen eine nachhaltige Vermehrung von Arbeitsplätzen:


1.

Es gibt im ganzen Bezirk (womöglich in ganz Tirol) nur wenige Großfirmen, die einem Bauvorhaben von solchen Dimensionen gewachsen sind. Die ortsansässigen Klein- und Mittelbetriebe werden wohl kaum zum Zuge kommen.


2.

Die “Schwazer Stadtgalerien” sind als reines Einkaufscenter konzipiert. Die dort angesiedelten Geschäfte wären vorwiegend großflächige Filialbetriebe, die weit weniger Mitarbeiter zu eher schlechteren Konditionen beschäftigen, als der eher kleinteilige Fachhandel, der heute noch das Bild der Schwazer Innenstadt prägt.

Jene österreichweit aktiven Großhandelsfirmen, die jetzt noch Filialen (Niedermayer, Hartlauer, Bipa, DM, Ruetz) in der der Schwazer Altstadt betreiben, werden um der Konkurrenz zuvorzukommen ins neue EKZ übersiedeln müssen und dabei die letzte Frequenz aus der Franz-Josef-Straße und der Innsbruckerstraße abziehen. Die von ihnen derzeit besiedelten Geschäfte werden sich leeren.


Was diese beiden Aspekte für den Arbeitsmarkt in der Stadt Schwaz bedeuten kann man sich ausrechnen.




Zweifel an einer (besonders von den Innenstadtkaufleuten) erhofften Altstadt-Belebung:


Wir befürchten (offensichtlich nicht nur wir, wie sollte man sonst den neusten Architektenwettbewerb zur Verschönerung der Altstadt deuten) das genaue Gegenteil wird eintreten. Die Gründe dafür sind komplexer, als es die derzeitige Diskussion widerspiegelt. Um fachlich korrekt zu argumentieren, müssen zwei Aspekte zunächst getrennt betrachtet werden:


1.

Erzeugen die “Schwazer Stadtgalerien” zusätzliche Kundenfrequenz in den Geschäften der Innenstadt?

Hier gilt nach aktuellsten Erkenntnissen der Marktforscher, dass nur jene Einkaufszentren belebend wirken, die multifunktional und organisch mit den Innenstadtstrukturen vernetzt sind. Die “Schwazer Stadtgalerien” sind  ein Solitär, gebaut wie eine Burg. Es orientiert sich nicht nach außen, sondern nach innen. Dieses EKZ ist von seiner Größe und Struktur her eindeutig darauf angelegt, als autarke Einkaufsstadt in der Stadt zu funktionieren.


2.

Wird zusätzliche Kaufkraft angezogen, oder nur Bestehendes neu verteilt?

Die aktuellsten Studien sprechen eine deutliche Sprache. Nur noch in wenigen Branchen – etwa bei Unterhaltungselektronik – bestehen Chancen auf echte Umsatzzuwächse. In den meisten anderen Segmenten ist der regionale Markt gesättigt. Hier würden Umsätze lediglich umverteilt. Von den Geschäften in der Schwazer Innenstadt in die “Schwazer Stadtgalerien”. Wie ein riesiger Magnet würde dieses Monster Kaufkraft aus der Innenstadt absaugen.

 

Befürchtungen und begründete Zweifel